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Martin Schulz
Jusos im Kreis Euskirchen


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Meldung:

09. Mai 2017

Schildbürgerstreich: Kurze Taxibus-Fahrt durch den Wald kostet extra

Tarifwirrwarr von Scheuren nach Rheinbach
Gerade für Jugendliche und Senioren ist eine gute ÖPNV-Anbindung auf dem Land wichtig. Doch oft machen viele Hürden die Mobilität schwer. Bewohnern des Höhengebiets wird die Fahrt mit dem TaxiBus durch eine aberwitzige Regelung unnötig verteuert. Die kurstädtische SPD-Fraktion möchte das ändern.

Das Stadtgebiet von Bad Münstereifel kann man getrost als sehr waldreich bezeichnen. Das ist recht profitabel, denn der städtische Forstbetrieb gibt seit Jahren einen guten Ertrag ab. Gute Einnahmen bereitet aber auch ein 850 Meter langes Waldstück, welches sich direkt hinter der Stadtgrenze schon auf Euskirchener Gebiet befindet. Allerdings machen an dieser Stelle die Verkehrsbetriebe den guten Ertrag. Konkret geht es um den Forst zwischen Scheuren und Rheinbach-Kurtenberg. Durch diesen verläuft die Landesstraße 113 und darüber die Taxibus-Linie 828 in Richtung Rheinbach. Fahrgäste dieser Linie zahlen für eben diese 850 Meter Wald fast den doppelten Fahrpreis. „Das liegt am Tarifsystem des Verkehrsverbunds.“ erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzender Toni Schmitz das Problem. „Den Kurzstreckentarif ausgenommen, gilt innerhalb einer Kommune ein Einheitspreis. Je mehr Nachbargemeinden durchfahren werden, umso höher ist die Preisstufe und auch der Preis.“ so Schmitz.

Nun wird ein Houverather denken, dass er auf der Fahrt nach Kurtenberg lediglich die Stadtgrenze von Bad Münstereifel nach Rheinbach überquert. Doch weit gefehlt: Die Landstraße passiert dort ganz kurz das Euskirchener Stadtgebiet. Es gibt aber keine Haltestelle und diese würde auch keinen Sinn ergeben, da es keinen weiteren Anschluss nach Euskirchen gibt. In der Konsequenz zahlen die Fahrgäste nach den Tarifbestimmungen das ganze Stadtgebiet Euskirchen gleich mit. Der Preisunterschied ist nicht ganz unerheblich. Ein Einzelfahrschein kostet somit statt 2,80 € (Preisstufe 2) nun 5,10 € (Preisstufe 3). Die kurze Fahrt durch Euskirchener Wald ergibt einen Aufschlag von 82 %. Dabei ist der Fahrtgenuss bei einer angenommenen Geschwindigkeit vom 70 km/h von sehr kurzer Dauer. Der TaxiBus ist hier rekordverdächtig in 44 Sekunden schon durch „Euskirchen“ durchgefahren. Schmitz hält die Regelung für einen Schildbürgerstreich. Seine kurstädtischen Genossen erhalten in letzter Zeit Beschwerden von Bürgern und möchten den Tarif deswegen geändert wissen. Die SPD-Ratsfraktion hat nun beantragt, dass die Stadt sich für einen fahrgastfreundlicheren Fahrtarif einsetzen möge.

Nach SPD-Informationen ist den Bewohnern des Höhengebiets um Houverath und Wald eine gute Mobilität sehr wichtig. Auf Initiative der Genossen wurde diese in den vergangenen Jahren verbessert. „Über weitere Verbesserungen nach Rheinbach werden zurzeit Gespräche geführt.“ sagt Schmitz. Die Zahlen geben den Genossen Recht. Kürzlich berichtete die Verwaltung, dass die Fahrgastzahl nach Rheinbach um 42 % gestiegen ist. „Der ÖPNV ist gerade für die Mobilität von Jugendlichen und Senioren auf dem Land wichtig. Dabei müssen Nutzungshürden abgebaut werden. Ein ungerechtes Fahrpreissystem ist so eine Hürde.“ so der Fraktionschef.

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